Argumente und unsere Meinung dazu !
In unseren Gesprächen, die wir sowohl mit Befürwortern, Zweiflern oder auch Gegnern führen, hören wir immer wieder dieselben Argumente, die angeblich ein solches Bauwerk rechtfertigen sollen. Auf diese wenigen Aspekte wollen wir hier kurz eingehen und unseren Standpunkt dazu darstellen. Dennoch soll sich jeder seine eigene Meinung bilden, wir Wollen lediglich kritisch hinterfragen und zum Nachdenken auffordern …
Arbeitsplätze für die Region
Natürlich ist die Schaffung von Arbeitsplätzen in jeder Diskussion ein schlagendes Argument. Die Investorengruppe „Greetland Projekt- u. Entwicklungsgesellschaft“ „verspricht“ 80 - 90 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätzen.
Aber:
- Wir stellen in Frage, ob dieses Versprechen wirklich eingelöst wird.
- Es ist absolut offen, ob diese Anzahl an Arbeitsplätzen auch wirklich geschaffen wird.
- Es ist überhaupt noch nicht nachvollziehbar, ob es sich wirklich ausschließlich um Vollzeitstellen handeln wird. Denn auch 400 € - Jobs sind sozialversicherungspflichtig !
- Wer weiß heute schon, mit welcher Art Personal diese Stellen besetzt werden? Bei der Gruppe, die zum Beispiel mit der Verwaltung des Hotels beauftragt werden soll, gehört es fest zum Konzept, dass das Housekeeping (sprich Zimmerreinigung etc.) ausgelagert wird, das heißt, es werden Fremdfirmen beauftragt und somit würden keine zusätzlichen Stellen in diesem Bereich geschaffen.
- Wo bleibt bei diesem Versprechen die Gegenrechnung der Arbeitsplätze, die mit dem
Park mit großer Wahrscheinlichkeit verloren gehen ?
- die Gesundheitsoase in Greetsiel wird höchst wahrscheinlich schließen müssen
- einige einheimische Vermieter werden ihre Vermietung und damit bereits bestehende Arbeitsplätze vielleicht aufgeben
- ortsansässige anerkannte Ausbildungsbetriebe zögern bereits jetzt, einen Auszubildenden einzustellen, da die Zukunft aufgrund des Parks ungewiss ist
- o Frage: gibt es überhaupt Menschen, die eine Stelle in der Gastronomie suchen? Schon heute gibt es in Greetsiel mehr Stellenangebote als Arbeitssuchende.
Das Schwimmbad
Vor allem die einheimischen Befürworter des Parks freuten sich auf ein schönes Schwimmbad, welches mit dem Park nun endlich in Greetsiel realisiert werden könnte.
Greetsiel könnte ein großes Schwimmbad gebrauchen, auch wenn wir dies lediglich als Schlecht-Wetter-Alternative akzeptieren könnten. Denn eigentlich suchen unsere Gäste die Nähe zum „natürlichen“ Wasser und würden sich über eine Bademöglichkeit in der Nordsee noch viel mehr freuen!
UND:
Das geplante Schwimmbad in Greetland wird wesentlich vielversprechender dargestellt als es tatsächlich ist. Sieht man sich die Maße genau an, so ist das Schwimmerbecken kaum größer als das Udo-Solick-Bad im benachbarten Pewsum, welches übrigens in den letzten Jahren mit viel Eigeninitiative im Ehrenamt wieder belebt wurde. Hätte dieses Bad mit Greetland noch eine Chance ?
Die beiden Erlebnisbäder, die sich ebenfalls in absolut machbarer Entfernung befinden, wären dem Greetland-Schwimmbad weit überlegen. Allein von der Größenordnung her ist die „Friesentherme“ in Emden 2 x und das „OceanWave“ in Norden 3 x so groß.
Wir fragen uns, ob es wirklich sein kann, dass all die Ja-Sager einen derartigen Koloss und seine Folgen einfach still hinnehmen, NUR um ein Schwimmbad zu bekommen!?
Investition in der Region
Da kommt eine Projektentwicklungsgesellschaft und möchte 80 Mio Euro in unsere Region investieren und wir wollen das verhindern ? !
- Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Krummhörn, liebe Gäste! Glauben Sie wirklich, dass ein Unternehmen kommt OHNE, dass man sich davon einen riesengroßen Profit verspricht ? Wird bei diesem Investment an die Bevölkerung oder an die vielen Stammgäste gedacht ?
- Wo bleibt die Projektentwicklungsgesellschaft, wenn die EU-Fördermittel auslaufen ?
- Und wer von Ihnen glaubt, das, die regionalen Firmen, welcher Art auch immer, wirklich bei diesem Vorhaben in dem Maße involviert werden, wie sie es sich erhoffen, wenn bereits die gesamte Vorarbeit mit Firmen von überall her geleistet wurde ? Warum wurde nicht einmal eine Architekten-Ausschreibung vor Ort vorgenommen, wenn man so großen Wert auf die „typische Bauweise“ gelegt hat ?
- Was ist mit den Folgekosten für die Krummhörn, wie z.B. Ausbau der Kläranlage in Manslagt? Was passiert, wenn das Projekt vielleicht scheitert. Wer muss diese Kosten dann tragen und mit einer weiteren, wahnsinnigen Ruine leben ?
ortsübliche Bauweise
Am 17. März 2010, sowie 03.02.2011 hat die Projektentwicklungsgesellschaft die Bürger informiert. Es wurden uns Geschichten von Grafen und Motorrädern erzählt, die über die Route XY durch LA (Landkreis Aurich) fahren ! ?
Es wurden uns Bildchen gezeigt, mit richtig netten Häuschen, die sich dem Baustil unserer Region anpassen. Ja, soweit alles korrekt …
Allerdings handelte es sich dabei ausschließlich um Animationen und wir brauchen kaum erwähnen, was mit dem PC heutzutage alles möglich ist. Da sind Grünanlagen und Bäume zu sehen, die bestimmt mindestens 20 Jahre wachsen müssen, um den Park so wirken zu lassen. Im März 2010 wurden die „kleinen“ Häuser gezeigt, die oben auf der Warf stehen sollen, welche in Wirklichkeit ein Garagengeschoss ist.
Im Februar 2011 wurden teilweise Fotos aus der Vogelperspektive die Häuser der Sielhöfe (früher Speicherstadt). Außerdem die alles überwältigende Wasserburg mit einer Länge von 50 m und Höhe von 14,50 m (entspricht 4 Vollgeschoßen).
Klein und unrealistisch !
4 Geschosse: In den meisten Gebieten hier in der Krummhörn darf man sich nicht einmal die Farbe seiner Dachziegel frei aussuchen, geschweige denn mehr als 1,5 bis 2 geschossig bauen. Sielhöfe (früher Speicherstadt genannt) - sind wir hier in Hamburg ?
Vor einiger Zeit stand in unmittelbarer Nähe zu dem geplanten Greetland-Areal ein Bohrturm der Firma Exxon Mobil. Er war etwa 54 m hoch und mit einiger notwendiger Beleuchtung versehen. Diesen Turm konnte man von weit her sehen, er „strahlte“ hell und stand wie ein Dorn in der Landschaft.
Der ehemalige Erdgas Bohrturm von Exxon Mobil, neben dem geplanten „Ferienpark“ Greetland. Mittlerweile läuft die Förderung seit Frühjahr 2011, neben dem geplanten „Ferienpark“ Greetland.
Der Turm ist bereits wieder abgebaut.
ein paar Meter weiter ...
die Erdgasproduktion
und noch ein paar Meter weiter ...
die derzeitige Kläranlage vor Greetsiel. Und daneben Greetland ?
Man muß sich nun einmal vorstellen wie es aussieht, wenn da mal ein Park steht, bis zu 17 m HOCH UND UNUNTERBROCHEN BELEUCHTET (siehe Beispiel Bohrturm).
Ehemaliger Erdgas Bohrturm von Exxon Mobil bei Nacht neben dem geplanten Greetland.
Las Vegas-Feeling in Ostfriesland lässt grüßen.
Angaben aller Maße und Höhen aus dem Entwurf des Bebauungsplans von August 2010, bzw. Antrag auf Baugenehmigung.
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