Veröffentlichte Briefe zu Greetland

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Dieser nachfolgende Brief wurde versendet von Gisela und Ulrich Locherer an

 

  • den Bürgermeister Johann Saathoff

14109 Berlin, 05.05.2011

Ferienpark Greetland

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

wir waren wieder in Greetsiel und haben uns auch dieses mal wieder sehr wohl gefühlt. Die ruhige und beschauliche Atmosphäre des kleinen Fischerdorf begeisterte und begeistert uns immer wieder. Wir sind immer gerne zurück gekommen.

Nun haben wir aber erfahren, dass geplant ist, dort einen großen Ferienpark, „Greetland“ genannt, zu bauen. Es sollen mehr als 200 Ferienwohnungen, ein riesiges Hotel, eine sog. Speicherstadt und eine „Wasserburg“ entstehen. Die Einzelheiten des Projekts sind uns nicht bekannt. Aber was wir wissen, lässt uns schaudern. Wir können uns gut vorstellen, wie dieser riesige Komplex das kleine Dorf erdrücken wird, wie eine große Menge von Saisontouristen über die Idylle herfallen, wie Tausende von Autos die Gegend verpesten, wie riesige Parkplätze entstehen und große gesichtslose Restaurants in der Gegend stehen werden. Dafür muss die gesamte Infrastruktur der Gemeinde und Gegend erweitert werden müssen und im Winter wird eine Geisterstadt übrig bleiben.

Sie haben bisher einen soliden Tourismus, der in die Landschaft und zu den Menschen am Meer passt und von dem alle gut leben können. Wollen Sie das alles aufs Spiel setzen für die Profitgier namenloser Investoren? Lassen Sie sich doch nichts vormachen: Diesen Investoren ist nur an einem schnellen und möglichst großen Profit gelegen. Ihnen ist völlig egal, was das für Greetsiel und die gesamte Region bedeutet. Wenn der erhoffte Gewinn nicht zu erzielen ist, wird die Anlage an andere ebenso namenlose Investoren weiterverkauft: Sie werden weitergereicht und Sie als Gemeinde haben keinen Einfluss auf Entscheidungen, die das Leben der Ihnen anvertrauten Bürger für Generationen bestimmen. Wollen und können Sie das verantworten?

Wir bitten Sie dringend, die Investitionspläne zu verwerfen und die Bewohner von Greetsiel und Umgebung vor diesem Monstrum zu bewahren!

Wir bitten Sie, uns möglichst bald darüber zu informieren, wie Sie sich entscheiden werden.

Mit freundlichen Grüßen

gez.: Ulrich Locherer

 

Dieser nachfolgende Antwortbrief wurde versendet von Gisela und Ulrich Locherer an

 

  • den Bürgermeister Johann Saathoff
  • Landrat des Kreises Aurich

14109 Berlin, 25.05.2011

Ferienpark Greetland

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

zur Ergänzung unseres Schreibens vom 05.05.2011 möchten wir zur Verdeutlichung unseres Anliegens als Gäste auf einige Aspekte Ihres Briefes vom 17.05.2011 eingehen.

Es ist sicher richtig, dass die ländlich strukturierte Gemeinde Krummhörn außer dem Tourismus nur Land- und Fischereiwirtschaft und kleine Gewerbegebiete den Einwohnern als Einkommensquellen zur Verfügung stehen. Der wichtigste Wirtschaftsfaktor dürfte aber sicher der Tourismus sein. Nach unseren Beobachtungen haben Sie einen besonders wertvollen Tourismus, der sich durch heute nur selten anzutreffende Treue auszeichnet, „sanft“ und ökologisch verträglich und damit auf Dauer angelegt ist. Gerade in Greetsiel haben wir über die Jahre beobachten können, dass selbst dieser Tourismus nicht ohne Beeinträchtigung des örtlichen Lebens zu haben ist. Wir sind sicher, dass Sie bei der gezielt angestrebten Ausweitung des Aufkommens an sog. Kurz- oder Tagestouristen diese treuen Gäste vergraulen werden. Wenn diese einmal weg sind, kommen sie auch nicht wieder! Wollen Sie das und wollen das die Bürger der Gemeinde wirklich?

Welche Belastungen die Bürger der Gemeinde dagegen eintauschen, können sie sich heute noch nicht vorstellen!

Sie sagen, dass die Planung des Projekts seit 1995 läuft. Sind Sie sicher, dass die in den letzten 15 Jahren - auch international - gewonnenen neuen Erfahrungen auf dem Gebiet des Tourismus in Ihrem Projekt ausreichend und mit den richtigen Schlussfolgerungen berücksichtigt worden sind? Die Zusage von europäischen Fördermitteln ist, wie an vielen Beispielen zu sehen ist, kein Garant für die Qualität eines Projektes.

Der von Ihnen erwähnte und in den 70er Jahren gebaute Ferienhof am Siel ist u.E. nicht mit dem jetzt in Frage stehenden Projekt zu vergleichen. Was im übrigen der Flächenvergleich von 8 ha Baufläche von „Greetland“ mit der Gesamtfläche der Gesamtgemeinde Krummhörn von 160 qkm darstellen soll, hat sich mir leider nicht erschlossen. Es kommt für uns als Gäste darauf an, wie das unmittelbare Umfeld von Greetsiel aussieht, welche Baumasse sich uns da in den Weg stellt und mit welchen Menschenmengen wir künftig zu tun haben werden.

Die Attraktivität von Greetsiel ist für uns dann verschwunden – und wir als Gäste ebenso!

Wir bitten Sie, dieses Schreiben auch den Mitgliedern des Gemeinderats zur Kenntnis zu geben. Der Landrat des Kreises Aurich erhält ein Doppel.

Mit freundlichen Grüßen

gez.: U. Locherer

 

Dieser nachfolgende Brief wurde versendet von Klaus und Renate Lehmann aus Werne an

 

  • den Bürgermeister Johann Saathoff
  • Ratsmitglieder der Gemeinde Krummhörn
  • per Telefax an den Landkreis Aurich
  • die Bürgerinitiative „Stopp - Greetland“

Sehr geehrter Herr Saathoff,
sehr geehrte Ratsmitglieder,

seit mehreren Jahren verbringen wir jeweils im Februar einen Teil unseres Urlaubs in Norden-Norddeich. Von dort unternehmen wir immer wieder Ausflüge - die teils mit dem Fahrrad - in die Krummhörner Landschaft.

Bereits im letzten Jahr hatten wir den sich jetzt festigenden Protest der Bürgeriniative zur Kenntnisgenommen, dem wir nur voll zustimmen können.

Eine, so vor Jahrhunderten dem Meer abgenommene Landschaft wird nachhaltig zerstört und wirtschaftlichen Interessen geopfert. Viele Besucher kommen nur oder in der Hauptsache wegen der unverbauten und unvergleichlichen Landschaft zu lhnen. Das geplante Projekt mag –bei entsprechender Auslastung – zwar einen Aufschwung bringen, aber auch die negativen Begleiterscheinungen der spanischen Bettenburgen aufzeigen. Was passiert nach 20, 30, 40 Jahren, wenn die schnell hochgezogenen Gebäude marode, nicht mehr wirtschaftlich sind und Abriss droht? Oder eine gegenläufige Entwicklung durch eine neue Krise stattfindet? Dann haben Sie einen Leerstand wie derzeit in Nordafrika. Die Landschaft ist alleine durch die Tief- und Straßenbaumaßnahmen unwiderruflich verloren. Ich weiß, wovon ich spreche, ich habe bis zu meiner Verrentung 35 Jahre in der Baubranche gearbeitet.

Am heutigen Morgen habe ich bei dem Gedanken, an Sie diesen Brief zu richten, überlegt, was wäre, wenn 70 oder 80 % der Landschaft zubetoniert wären. Dann müssten sich die Erholungssuchenden, die noch etwas Natur sehen möchten, auf "briefmarkengroßen" Flächen zusammendrängen. Mit Ihrer Entscheidung für den Ferienpark, der dann sowieso nicht der letzte wäre, sind Sie auf dem besten Wege dazu. Überdenken sie diese noch einmal und entscheiden Sie sich für ihre einmalige unverbaute Landschaft.

Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Dieser nachfolgende Brief wurde versendet von Norbert Schneider, Essingen an

 

  • den Bürgermeister Johann Saathoff
  • die Bürgerinitiative „Stopp - Greetland“

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

zum Monatsanfang habe ich 1 Woche Urlaub in Ihrer Gemeinde verbracht. Durch Transparente auf das Projekt "Greetland" aufmerksam und neugierig geworden, habe ich nachgefragt. Was ich erfahren habe, stimmt mich nachdenklich und dies will ich Ihnen nicht vorenthalten.

Zunächst stellt sich die generelle Frage, wieviel Tourismus eine Gemeinde überhaupt verträgt, will sie nicht ihre Authetizität verlieren. Negative Beispiele (Rüdesheim, Dorf Tyrol u.a. lassen grüßen) gibt es zuhauf. Vetrrägt Greetsiel weitere 1.180 Gästebetten? Wie ich festgestellt habe, war ein nicht unerheblicher Teil der Betten/Ferienwohnung schon unbesetzt. Und wünscht sich Greetsiel die Klientel, die von einem 3*-Spa angesprochen werden?

Was bedeutet eine solche Anlage für den lokalen Arbeitsmarkt? Gibt es überhaupt genügend qualifizierte Arbeitskräfte oder bedarf es fremder, möglicherweise auch ausländischer Arbeitskräfte, die vielleich nur über die Saison beschäftigt werden? Blätern Sie mal in der Ortschronik und sie werden auf Ähnlichkeiten stoßen. Wieviele Arbeitsstellen hat Ihnen der Investor versprochen und welcher Art sind diese. Sind es etwa 400,- €-Jobs?

Damit bin ich an einem anderen Punkt, der Wirtschaftlichkeit. Wenn ich nicht irre, ist in Greetsiel nicht das ganze Jahre über Saison. Schon jetzt stehen -selbst in der Saison!- eine beträchtliche Anzahl von Ferienwohnungen leer! Was also sollen zusätzliche Betten bringen? Eine Anlage aber, die nicht über das ganze Jahr einigermaßen ausgelastet ist, kann unmöglich wirtschaftlich betrieben werden. Die Erfahrung zeigt, dass schon bald die Schließung und Insolvenz des Betreibers droht. Kommt Greetsiel also damit wirklich weiter? Vor der Realisierun des Projekts muss Greetsiel zwangsläufig kostenintensive Vorleistungen (Infrastruktur, Erschließungsmaßnahmen) erbringen. Haben Sie schon die Finanzierungskosten und die Amortisation durchgerechnet? Es ist zu erwarten, dass zumindest in den ersten Jahren, wenn überhaupt, keine Steuern in die Gemeindekasse fließen werden, zumal wenn man berücksichtigt, dass die Betreibergeseelschaft -die Greetland Projektenwicklungsges.mbH ist am 03.04.09 im Handelsregister des AG Dresden eingetragen worden!- ihren Sitz nicht in Greetsiel, sondern andernorts hat. Auch die "Hotel und Spa Nordseeresort Greetsiel GmbH hat ihren Sitz in Dresden! Oder gibt es noch einen anderen, bisher unbekannten Betreiber?

Diese Erwägungen setzten voraus, dass das Projekt auh tatsichlich verwirklicht wird und daran zu zweifeln, besteht durchaus Grund und Anlass. Es wäre nicht das erste mal, dass ein Projekt in Greetsiel scheitert! Was wird aber, wenn das nicht der Fall ist, der Projektgesellschaft oder einer sonstigen "Schwarz-Firma" vorher das Geld ausgeht und sie in Insolvenz geht? Bestimmt wollen Sie Greetsiel nicht mit einer Investitionsruine verschandeln. Haben Sie Auskünfte über den Investor eingeholt? Über negative Erfahrungen mit privaten Investoren -der bundesweit bekannt gewordene Nürburgring lässt grüßen!- kann ich Ihnen gerne berichten. Ein abschreckendes Beispiel aus meiner Gemeinde zeigt, dass einem solchen Projekt nur nähergetreten werden kann, wenn dessen Finanzierung zu 100% gesicherte ist und der Investor eine entsprechende Bankbürgschaft vorlegt. Kai U.Schwarz mag noch so smart und redegewandt sein. Auffallen ist, dass er sich stets vertreten lässt.

Gerade von seiner Bonität - und der seiner GmbH's - sollten Sie sich überzeugen, wollen Sie sich nicht später dem Vorwurf ausgesetzt sehen, zu blauäugig gewesen zu sein.

Es geht nicht darum, sich selbst ein Denkmal zu setzen. Sie sind gewählt, um die Interessen der Bürger von Greetsiel zu vertreten. Bestimmt sind Sie sich Ihrer Verantwortung für die Zukunft von Greetsiel bewußt. Ich jedenfalls möchte nicht in einem Ort urlauben, der sich seiner Ursprünglichkeit begeben hat.

Mit freundlichen Grüßen

 

Dieser nachfolgende Brief wurde versendet von Wieke Lycklama a Nijeholt an

 

  • die Bürgerinitiative „Stopp - Greetland“

 

Geachte heer Theuerkauf,

Wij hebben zeer genoten van ons bezoek aan Greetsiel vanwege de authentieke sfeer en de kleinschaligheid van het dorpje.We waren daarom zeer geschokt toen wij via de spandoeken en de website ontdekten wat de evt.plannen zijn voor dit unieke havenstadje. De grootschaligheid van een dergelijk project past totaal niet bij het schilderachtige havenstadje.Wij hopen intens dat u niet net als op Norderney,waar wij ook geweest zijn, dergelijke hoge bebouwing gaat toestaan.De schoonheid van het eiland is daardoor zwaar aangetast en ditzelfde zou nu in Greetsiel gaan gebeuren???? Wij hopen intens dat u dit NIET laat gebeuren.

Met vriendelijke groet,

Wieke Lycklama a Nijeholt
Bert Wemmenhove
Anne Wemmenhove
(zeer betrokken toeristen)

Fr 20.08.2010 21:16

 

Dieser nachfolgende Brief wurde versendet von Familie Naßhan an

 

  • den Landrat Landkreis Aurich Herrn Walter Theuerkauf
  • die Bürgerinitiative „Stopp - Greetland“

 

Sehr geehrter Herr Landrat Theuerkauf,

wir waren in diesem Jahr zum 3. Mal auf der Krummhörn in Urlaub . Fast täglich haben wir Ausflüge nach Greetsiel unternommen . Wir mögen diesen schönen Ort sehr . Wenn man Richtung Greetsiel durch das weite Land fährt , freut man sich immer wenn die Zwillingsmühlen zu sehen sind. Wir waren total entsetzt über die Baupläne für den Ferienpark . Können Sie es wirklich zulassen , dass dieses schöne Stück Landschaft für einen zweifelhaften finanziellen Erfolg , zerstört wird ? Was ist mit sanftem Tourismus , mit Erhaltung dieser einmaligen schönen Natur , die durch ihre weiten Wiesenlandschaften , den Deich und vor allen Dingen den freien Blick auf den Himmel , fasziniert . Betuchte Eltern ( die Zielgruppe des Betreibers !!!) fahren mit ihren Kindern bestimmt nicht nach Greetsiel . Was wird mit den kleinen Pensionen ? Was wird mir der , an manchen Tagen , sowieso schon überfüllten Fußgängerzone ??? Wollen Sie wirklich Quantität vor Qualität setzen ??? Der Schaden für die Tier - und Pflanzenwelt ist auf lange Jahre immens groß , besonders natürlich durch das erhöhte Verkehrsaufkommen. In Greetsiel selbst kann man heute immer noch stille Plätze finden, selbst wenn die Tagestouristen vor Ort sind. Aber wenn dieser Freizeitpark gebaut wird , ist es wohl auch damit vorbei. Setzen Sie doch auf die vorhandenen Werte und Kostbarkeitenin dieser schönen Natur, fördern Sue den sanften Tourismus, indem Sie vorhandene Kapazitäten ausbauen . Die Leute die nach Greetsielkommen suchen , doch vor allen Dingen das Ursprüngliche, die Ruhe und die Begegnung mit der Natur . Das sind die Stärken von Greetsiel und der Krummhörn überhaupt. Dann im Bezug auf unsere Kinder : muss es immer "action "sein? Wie wäre es mit gemeinsamen Radtouren, Reiten , Boot fahren , am Deich Wolken gucken, Bauernhöfe besuchen? Einfach mal Zeit haben, mit den Eltern gemeinsam die Natur zu entdecken ........... Nicht umsonst gibt es heute viele hyperaktive Kinder, Kinder mit Störungen der Feinmotorik, da könnte man in dieser beruhigenden und schönen Landschaft doch ansetzen. Wäre dies nicht " Kindgerechter??? " Wer mit offenen Augen durch die Gegend geht, der kann so viel entdecken. Es ist ja auch Störtebecker-Land , Piraten haben Kinder schon immer fasziniert, da könnte man doch im kleinen Rahmen aktiv werden . Ohne Zerstörung einer Landschaft . Wenn die Lämmer auf dem Deich ihre Kapriolen machen, oder Kälbchen zu besichtigen sind, oder gar mal eine Entenmutter mit Küken............da können sich Kinder auch freuen und lernen vielleicht Achtsamkeit gegenüber der Natur und ihren Geschöpfen. Denken Sie auch an die Gastronomie in Greetsiel, viele kleine und individuelle Lokale, mit viel Liebe eingerichtet und bei den meisten wird man als Gast auch gut bedient und hat Zeit für einen " Klönschnack" ........ Auch das Mühlenbrot, das nach alter Art hergestellt wird, dann Poppingas, mit dem tollen Kuchen und dem künstlerischen Ambiente........das ist das wahre Greetsiel, erhalten Sie es bitte für Gäste die das zu schätzen wissen. Kurzfristig bringt der Ferienpark vielleicht mehr Profit, aber langfristig ist die Bilanz sicherlich nicht ausgeglichen, denn der Preis für das schnelle Geld ist viel zu hoch . Wir würden auch nicht mehr kommen, denn wir schätzen die Natur und das kleine , relativ ursprüngliche Greetsiel .

Stoppen Sie Greetland..........auch im Interesse der kommenden Generationen.

Mit freundlichen Grüßen
Familie Naßhan

Pirmasens,den 02. August 2010

 

Ein Brief von Familie Weber

 

  • mit freundlicher Genehmigung weitergeleitet an die
    Bürgerinitiative „Stopp - Greetland“

 

Greetsiel - quo vadis??

Greetsieler, was tut Ihr Euch mit „Greetland“ an oder sollte man besser sagen: Was wird Euch angetan?

Als langjährige Gäste in Greetsiel - auch mehrmals im Jahr - schwant meiner Frau und mir Böses. Klein Manhattan auf der Krummhörn?? Ein schauerliches Spektakel.

Greetsieler und vor allem die Kommunalpolitiker, seid Ihr noch von Sinnen? Glaubt doch nicht den Utopien Außenstehender. Man verspricht das Blaue vom Himmel. Es werden (werbepsychologische) Begehrlichkeiten geweckt, der eigentümliche Duft, der sowohl die Biene als auch die Schmeißfliege gleichermaßen anzieht. Interessenten gibt es für alles, der Scheck heiligt bekanntlich die Mittel.

Sicher, Tradition ist nicht die Pflege der Asche, sondern das Bemühen, das Feuer bei Laune zu halten. Aber hier wird Eure Tradition mit Füßen getreten, die Taktik der verbrannten Erde gepflegt. Der aus ihrer Sicht lukrativste Ort der Krummhorn wird werbetechnisch missbraucht, dann zieht die Karawane weiter und Greetsiel steht mit der Realität da. Zurück bleibt ein Gebirge aus Stein, das alle Eure Wahrzeichen - die Zwillingsmühlen oder den Pilsumer Kirchtum usw. - überragt und damit entwürdigt. Zu spät, um dann erst wach zu werden. Unsere Fragen an die Kommunalpolitik: Geht man so mit der Landschaft im Weltnaturerbe um? Eure Landschaft ist etwas Besonderes, Einzigartiges. 57000 m² versiegelte Fläche, d.h. mindestens 6 Fußballfelder; wieviel Orte der Krummhörn finden darauf wohl Platz?! Welcher Teufel hat Euch da geritten? Werdet wach - Ihr habt eine Verantwortung zu tragen! Bedenkt: Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er gerne hätte. Ihr opfert einen großen Teil Eurer Tradition und schadet damit der Region. „Greetland" wäre nicht irgend etwas am Rande von Greetsiel, es wäre mitten in der Krummhorn.

Wir würden nicht mehr wiederkommen, viele Gäste würden höchstens neugierig vorbeischauen und dann ... nichts wie weg! Was bleibt, ist die verschandelte Landschaft und die zu späte Reue. Welcher Schaden dann touristisch eingefahren wird, ist ersichtlich. Dem Interessenten an ,,Greetland" ist das sicher egal, wenn er erst einmal sein Schäfchen im Trockenen hat. Greetsieler: Ihr kennt Euch doch mit Schafen aus, lasst Euch nicht das Fell über die Ohren ziehen! Kommunalpolitiker: macht Eure Hausaufgaben, sonst: Setzen, sechs!

Familie Weber

47447 Moers

 

Das Greetsieler Gemeindeblatt "Uns Kark" wurde versendet von Pastor Gebhard Vischer an

 

  • die Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Greetsiel
  • mit freundlicher Genehmigung an die
    Bürgerinitiative „Stopp - Greetland“

 

Ich bin ein Gast auf Erden Ps 119,19

Urlaubszeit, schönste Zeit im Jahr, wir freuen uns darauf, bereiten uns vor, sparen dafür, denn man will sich ja auch was gönnen. Endlich mal nicht alles selber machen müssen, sich bedienen lassen können, Gast sein dürfen.

Dabei denke ich nicht an den hässlichen Urlauber, der meint, „die Sau raus lassen“ zu müssen, sondern an die, die durchaus wissen, wie man sich als Gast benimmt, die das Wort „Danke“ noch kennen. Schön ist es, ein Gast sein zu dürfen.

In der Bibel spielt die Gastfreundschaft eine große Rolle. All-inclusive- Hotels gab es damals noch nicht, man war angewiesen auf die Gastfreundschaft der Einheimischen, und die wurde gerne und selbstverständlich gewährt. „Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.“, erinnert der Hebräerbrief.

Der Psalmist geht noch weiter, er sagt: „Ich bin ein Gast auf Erden.“ Und damit übernimmt er für sein ganzes Leben die Gastrolle - nicht nur für den Urlaub. Wer sich als Gast auf Erden versteht, der wird dankbar wahrnehmen, was diese Erde ihm an Gutem zukommen lässt, der wird behutsam mit ihr umgehen, für den sind Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit keine Fremdworte.

Touristische Megaprojekte wie das geplante „Greetland“ mit 1200 Betten und 17 m hohen Gebäuden lassen solche Grundsätze und Werte vermissen.

„Ich bin ein Gast auf Erden“, diese Grundeinstellung möge unseren Urlaub und unseren Alltag prägen und der Erde gut tun.

Gebhard Vischer

 

Dieser nachfolgende Brief wurde versendet von Manfred Wurm an

 

  • Herrn J. Jacobsen
  • mit freundlicher Genehmigung weitergeleitet an die
    Bürgerinitiative „Stopp - Greetland“

 

07. Jul 2010 18:40

Moin, sehr geehrter Herr Jacobsen,

mit großem Interesse verfolge ich die zugesandten Protokolle der Mitgliederversammlung. Besonders liegt auch mir natürlich das Thema „Ferienpark Greetland“ am Herzen.

Ich stimme vollkommen damit ein, dass dieses geplante Vorhaben das Aus von Greetsiel als „der Perle der Nordsee“ sein wird. Die einzigen, die davon profitieren, werden die Immobilienhaie und kurzzeitig die Gemeinde als Behörde sein. Die sinnvolle und langfristige Vermarktung des Ferienortes liegt einzig und allein in der Einzigartigkeit und (soweit überhaupt noch zutreffend) der Idylle des Ortes. Durch eine solche Bettenburg würde der Ort überrannt, totgetreten und niedergewalzt. Wenn überhaupt, wird ein kurzfristiges „Gafferinteresse“ an der neuen Anlage aufkommen. Danach wird alles sehr schnell wie ein Strohfeuer enden. Es müsste doch jedem logisch denkenden Geschäftsmann klar sein, dass der „Kuchen nicht größer wird, die Stücke aber wesentlich kleiner“. Es wird zu einer Welle von Neueröffnungen und in gleichem Maße Schließungen in allen Branchen rund um das „Urlaubsgeschäft“ kommen. Greetsiel wird sein Gesicht verlieren. Was einst als Geheimtipp gehandelt wurde, wird nun systematisch -getrieben von einer nicht aufzuhaltenden Geldgier- zerstört und seiner Identität und Geschichte beraubt. Weniger kann manchmal mehr sein – diese Erkenntnis sollten sich die Macher, die nur abkassieren und dann wieder verschwinden, mal hinter die Ohren schreiben. Auch die Gemeinde geht meines Erachtens sehr naiv oder blind (oder auch geldgeil?) an die Sache: Leerstehende Appartments und Ferienwohnungen bringen sicherlich keine Mehreinnahmen, die zu schaffende Infrastruktur muss aber dauerhaft bewirtschaftet bzw. in Zustand gehalten werden. Wenn das so weitergeht, wird es bald keinen Einheimischen mehr in Greetsiel geben, dann wird sich aber auch kaum noch jemand finden, der sich für die Belange des Ortes einsetzt. Vielleicht kann man ja noch mehr Profit (wenn auch nur noch ein letztes Mal) aus dem Ort schlagen, wenn man ihn bei Ebay versteigert. Dann taucht der ehemals geschichtsträchtige und stolze Ort nur noch in Geschichtsbüchern auf. – Was soll’s: Das goldene Kalb regiert eh schon in der halben Republik, warum soll Greetsiel da eine Ausnahme machen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Kraft und Erfolg bei dem Ansinnen, Greetsiel in seiner Ursprünglichkeit zu erhalten, ja gerade diese noch intensiver zu vermarkten und so langfristig einen Ort der Erholung, der Kultur und Tradition zu erhalten und zu stärken.

Liebe Grüße aus Wenden/Sauerland

Manfred Wurm

 

Dieser nachfolgende Brief wurde versendet von Udo Schoss an

 

  • den Landrat Landkreis Aurich Herrn Walter Theuerkauf
  • den Bürgermeister der Krummhörn Johann Saathoff
  • den Gemeinderat
  • die Bürgerinitiative „Stopp - Greetland“

 

Landrat Landkreis Aurich

Herrn Walter Theuerkauf

Fischteichweg 7

26603 Aurich

Duisburg 23.06.2010

Betrifft: Ferienpark bei Greetsiel.

Sehr geehrter Herr Theuerkauf

hiermit möchte ich mein wie folgt, aus eigener Erfahrung begründetes Befremden über den geplanten Ferienpark zum Ausdruck bringen.

Mit erreichen eines Alters an dem man an reinem Strandurlaub kein Interesse mehr hat, hatten wir unser Ferienhaus an der niederländischen Nordseeküste verkauft und die Krummhörn als unser Urlaubsgebiet entdeckt. Die umfangreichen Reisen haben uns die Gegend, die Einwohner und das ältere Urlaubsklientel liebgewinnen lassen. Ende 2008 war der Entschluss gefasst und wir haben ein Ferienhaus in Visquard gekauft.

Das Ferienparks eher von jungen Leuten und Familien besucht werden ist in allen Statistiken nachzulesen, das die Besucher und Stammgäste der Krummhörn nicht zu dieser Zielgruppe gehören steht zweifelsfrei fest. Das ein Park der geplanten Größe und Höhe nicht in die Landschaft passt kann auch bei noch so optimistischer Betrachtung kaum bestritten werden, ebenso das Greetsiel zeitweise an die Grenzen seiner Besucherkapazitäten stößt. Aber wo sollen die Besucher des Ferienparks hin, wie sollen Sie beschäftigt werden ? Einen für sie einladenden großzügigen Strand oder andere für junge Leute und Familien interessante Angebote gibt es nicht. Demzufolge werden die Buchungen ausbleiben und wenn es stimmt das die betreibenden Kapitalgesellschaften mit nur 50000 Euro haften, wird die Gemeinde bei einem Scheitern letztendlich kräftig zur Kasse gebeten.

In der Umgebung unseres ehemaligen Ferienhaus in Ouddorp in den Niederlanden wurde damals der Ferienpark Port Zeelande gebaut. Die Lage des Park auf einer Halbinsel im Grevelingenmeer, in 500m Entfernung 15km feinster unverbauter Nordseestrand , das europaweit bekannte Surfcentrum Browersdam und zahlreiche Attraktionen in Laufabstand, ließen alle Zweifel am Erfolg des Ferienparks im Keim ersticken. Die Wahrheit sieht heute folgender Maßen aus: von den damals angekündigten Arbeitsplätzen wurden nur zwei drittel verwirklicht, die der Gemeinde angepriesene zusätzliche Kaufkraft der Gäste blieb von Anfang an so gut wie aus, da der Ferienpark eigene Gastronomie, Geschäfte und Imbiss aller Preisklassen anbot . Ein einzigartiges Naturgebiet wurde zerstört. Um Heute überleben zu können wirbt man um Schulklassen, Kegelklubs und mit Sonderpreisen um Billigurlauber.

Möchten Sie das in Ihrer Gemeinde das gleiche passiert und durch Greetsiel abends betrunkene Jugendgruppen ziehen? Sicherlich nicht, aber überdenken Sie die Gefahr, das es bei einer Verwirklichung des Bauvorhabens so kommen kann.

Stimmen Sie dem Bau nicht zu! Binden Sie lieber das vorhandene Klientel und erweitern sie das Angebot um einen Strandabschnitt damit Greetsiel und die Krummhörn mit seinem vorhandenen Bettenangebot auch für jungen Familien interessant wird. Probleme mit aufgespülten Sand in Bezug auf Strömungen lasse ich nicht gelten, schauen Sie einmal was Niederländische Gemeinden regelmäßig für Sandaufspülungen ausgeben.

Verbessern Sie das Image, die Dorferneuerungen oder der Infostand auf dem Hafenfest in Duisburg-Ruhrort sind der richtige Weg, über Jahre verdreckte Wasserläufe wie die an der Kirche in Visquard oder Berichte über Bakterien an der Krummhörn, wie der in der heutigen Ausgabe der WAZ schrecken dagegen Besucher eher ab.

Mit freundlichen Grüßen Wilma + Udo Schoss

 

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